24h Übung 2026
Am 16. & 17.10.2026 fand bei der Jugendfeuerwehr Illerberg-Thal die diesjährige 24-Stunden Übung statt. Das Ziel einer solchen Übung ist, dass die Jugendlichen einen Einblick bekommen, wie ein Tag bei der Berufsfeuerwehr abläuft. Teilgenommen haben dieses Jahr neun Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren.
Beginn war um 17 Uhr am Freitagabend, nach der Begrüßung durch den Jugendwart, fand die Fahrzeugeinteilung und die Fahrzeugübernahme statt. Im Anschluss haben die Jugendlichen ihre Schlafplätze eingerichtet.
Gegen 18:45 Uhr läutete zum ersten Mal der Alarmgong, das Einsatzstichwort lautete: „THL 1 – VU mit PKW“. Sofort wurden das MZF sowie das LF10 besetzt und die gemeldete Einsatzstelle angefahren. Vor Ort bestätigte sich die Lage, ein PKW war von der Straße abgekommen und mit einem Baum kollidiert. In dem PKW war eine Person eingeschlossen, zudem galt es insgesamt zwei weitere Betroffene zu betreuen. Nach der ersten Erkundung durch die Gruppenführer der beiden Einsatzfahrzeuge wurden die ersten Aufgaben verteilt. Die Besatzung des Löschfahrzeuges kümmerte sich um die Betreuung der verletzten Person in dem PKW, stabilisierte das Fahrzeug und kümmerte sich um die Verkehrsabsicherung. Das MZF leuchtete die Einsatzstelle aus und hat die Betreuung der beiden Beteiligten übernommen. Nach der Stabilisierung des PKW, wurde der Patient mittels Spine-Boards schonend aus dem Fahrzeug befreit und an den Rettungsdienst übergeben. Nach einer kurzen Nachbesprechung vor Ort, wurden die Fahrzeuge wieder einsatzklar gemacht und alle eingesetzten Kräfte konnten die Einsatzstelle in Richtung Feuerwehrgerätehaus verlassen.
Dort angekommen konnten die Jugendlichen ihr wohlverdienten Abendessen zu sich nehmen. Der Abend wurde mit gemeinsamen Spielen und Gesprächen verbracht. Um 22 Uhr war dann die Bettruhe angesagt. Diese hielt jedoch nicht allzu lange, da um 23:30 Uhr der nächste Alarm anstand. Gemeldet war die Auslösung der automatischen Brandmeldeanlage an der Grundschule. Vor Ort haben sich die Gruppenführer auf die Erkundung begeben, konnten jedoch kein Schadensereignis feststellen und somit fanden keine weiteren Maßnahmen der Feuerwehr statt. Im Anschluss konnten die Jugendlichen jetzt endlich wieder in ihr Bett und der erste Teil der Übung war geschafft.
Am nächsten Morgen wurden die Jugendlichen nicht durch ihren Wecker, sondern von einem weiteren Einsatz geweckt. Hier ging es zu einem gemeldeten „B2 – Brand Container“. Noch auf der Anfahrt bestätigte sich die Lage, ein Baucontainer auf einer Wiese stand im Vollbrand, außerdem war eine Person im direkten Umfeld des Containers verletzt. Der Angriffstrupp des LF hat sofort den Auftrag zum Aufbauen eines Löschangriffs und der Rettung der verletzten Person erhalten. Der Wasserstrupp hat sich um die Wasserversorgung gekümmert und wurde im Anschluss mit der Vornahme des 2. Rohres beauftragt. Parallel zu den Arbeiten des LF, hat das MZF die Ausleuchtung der Einsatzstelle und die Verkehrsabsicherung übernommen. Im Verlauf wurde mit bis zu drei C-Rohren der Brand bekämpft und somit kam es zu einem schnellen Löscherfolg. Nachdem das Feuer unter Kontrolle war, fand eine gezielte Ablöschung der Glutnester unter zu Hilfenahme der Wärmebildkamera statt. Nach circa 40 Minuten konnte „Feuer aus!“ gemeldet werden. Die Fahrzeuge wurden wieder beladen und die Heimfahrt wurde angetreten.
Im Feuerwehrhaus war das Frühstück schon vorbereitet und die Jugendlichen konnten sich für den restlichen Tag stärken. Nach dem Frühstück stand der erste Ausbildungsdienst an, hierbei wurden die Jugendlichen in zwei Teams aufgeteilt und konnten an verschiedenen Stationen ihr schon erlerntes Wissen zeigen. An der ersten Station galt es einen Leinenbeutel in ein Ziel zu werfen, wobei der Abstand zum Ziel immer größer geworden ist. Bei der nächsten Station mussten innerhalb von einer Minute so viele Gerätschaften aus dem LF wie möglich aneinander gekuppelt werden. Die dritte Station war eine sehr typische, welche bei fast keinem Feuerwehrwettbewerb fehlen darf, nämlich das Saugschlauchkuppeln. Hier galt es insgesamt vier Saugschläuche in möglichst kurzer Zeit und mit so wenigen Fehlerpunkten wie möglich zu kuppeln.
Bevor das nächste Spiel gestartet werden konnte, wurde die Jugendfeuerwehr zu ihrem mittlerweile vierten Übungseinsatz alarmiert. Gemeldet war eine Vermisstensuche im Bereich der Wasenlöcher bei Illerberg. Da es sich hier um ein sehr weitläufiges Gebiet handelt, wurde durch die Leitstelle direkt die Drohnengruppe des Landkreises Neu-Ulm mitalarmiert. Vor Ort wurden zügig drei Trupps zur Personensuche entsandt, zeitgleich hat das MZF eine Einsatzleitung aufgebaut und es fand eine enge Absprache mit der Drohnengruppe über ihren Einsatzauftrag statt. In Zusammenarbeit mit den Piloten konnte nach circa 30 Minuten ein Einsatzerfolg gemeldet werden, die Person war gefunden. Im Anschluss haben die Jugendlichen noch einen kleinen Einblick in die Arbeit der Drohnengruppe und ihres Materials erhalten. Außerdem konnten sie die Drohne einmal aus nächster Nähe betrachten. Zurück im Feuerwehrhaus wurde sich beim Mittagessen gestärkt. Nach diesem stand der nächste Ausbildungsdienst an. Hierbei wurde den Jugendlichen ein RTW des DRK Rettungsdienst Heidenheim-Ulm gGmbH vorgestellt.
Gegen 15 Uhr stand der letzte Einsatz der 24-Stunden Übung an, gemeldet war ein Lagerhallenbrand nach einer Explosion mit mehreren vermissten bzw. eingeklemmten Personen. Da bei einer solchen Einsatzmeldung die Kräfte einer einzigen Feuerwehr nicht ausreichen, wurden zusätzlich zu der Jugendfeuerwehr Illerberg-Thal noch die Jugendfeuerwehren aus Vöhringen und Weißenhorn, sowie der Rettungsdienst alarmiert. Also machten sich insgesamt acht Fahrzeuge und circa 40-50 Einsatzkräfte auf den Weg in das Industriegebiet „Alte Ziegelei“ in Illerberg. Schon auf der Anfahrt war eine deutliche Rauchsäule aus einer Zelthalle der Spedition zu erkennen. Die ersten Maßnahmen vor Ort waren die gründliche Erkundung der Einsatzstelle durch die ersteintreffenden Kräfte und die Einteilung von Einsatzabschnitten. Das LF bekam vom Einsatzleiter den Einsatzauftrag einen Innenangriff mit direkt zwei Trupps unter Atemschutz zur Menschenrettung und Brandbekämpfung durchzuführen. Das MZF wurde zur Unterstützung des Einsatzleiters eingeteilt und übernahm die Aufgabe der Einsatzleitung. Die Kräfte aus Vöhringen unterstützten das LF beim Innenangriff und sie haben die Drehleiter in Stellung gebracht, außerdem galt es zwei eingeklemmte Arbeiter zu betreuen. Die Feuerwehr Weißenhorn bekam direkt den Einsatzauftrag eine Person zu befreien, welche aufgrund der Explosion unter einer Gitterbox eingeklemmt war. Der Rettungsdienst hat sich um die Versorgung der Verletzten gekümmert und hat die eingesetzten Kräfte bei der Rettung der Personen unterstützt. Im Verlauf wurden insgesamt vier Personen aus der Lagerhalle und drei weitere Personen im Außenbereich gerettet. Im Anschluss zu der Menschenrettung wurden zwei Brandherde in der Lagerhalle ausfindig gemacht und abgelöscht. Nach der Entrauchung der Halle konnte durch den Einsatzleiter der Befehl des Übungsendes bekannt gegeben werden.
Gleichzeitig mit dem Ende der Großübung endete auch die 24-Stunden Übung der Jugendfeuerwehr Illerberg-Thal. Nach dem Aufräumen an der Einsatzstelle haben sich alle eingesetzten Kräfte noch im Feuerwehrhaus Illerberg getroffen, um dort die Übung ausklingen zu lassen.
Zum Abschluss möchte sich die Jugendfeuerwehr Illerberg-Thal bei allen Beteiligten zum Erfolg der Übung bedanken. Dazu zählen die Feuerwehren aus Vöhringen und Weißenhorn, die Drohnengruppe des Landkreises Neu-Ulm, den DRK Rettungsdienst Heidenheim – Ulm gGmbH, die Firma Knittel, die Firma Gerstlauer, allen Jugendbetreuer der JF Illerberg-Thal, alle weiteren Angehörigen der Feuerwehr und natürlich ganz besonders bei den Jugendlichen, welche sehr motiviert und interessiert an der Übung teilgenommen haben.